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Instant Messaging Dilemma im Gesundheitswesen

   

Themen: Gesundheitswesen, Datenschutz, Interne Kommunikation

Das WhatsApp Dilemma im Gesundheitswesen

Nicht nur privat, auch im professionellen Kontext sind Kurznachrichtendienste wie WhatsApp einfach wahnsinnig praktisch. Im Gesundheitswesen bieten sie große Vorteile. Zum Beispiel, um Zweitmeinungen von Kollegen auf dem kurzen virtuellen Dienstweg einzuholen. Wer dafür aber konventionelle Chat-Angebote nutzt, riskiert rechtliche Konsequenzen. Doch es gibt Alternativen.

Instant messaging im gesundheitswesen

Medizinisches Fachpersonal hat die Vorteile von Messengerdiensten für sich entdeckt. Eine Studie des Deutschen Datenschutz-Instituts (DDI) ergab: 98 Prozent der Klinikärzte gebrauchen WhatsApp und Co. im Job. Etwa, um Befunde mit anderen Medizinern zu teilen. Sie sind sich einig: Die Versorgung ihrer Patienten verbessert sich durch den Einsatz von Instant Messengern spürbar, weil Diagnosen schneller und sicherer gestellt werden können.

Die Dienste bieten aber noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Mitarbeiter können ihr Team schnell informieren, wenn sie einmal krank sind. Oder sie teilen in Gruppen wissenswerte Nachrichten, Learnings, Präsentationen und Dokumente als Fotos. Solche Wissensspritzen sind gerade im Gesundheitswesen von Vorteil, wo sich Behandlungsmethoden, wissenschaftliche Erkenntnisse oder auch Vorschriften rasant ändern. Gleichzeitig ersetzen die Messenger den Pager, der in Krankenhäusern weit verbreitet ist.

whatsapp: der helfer in der not

Auch in Notfallsituationen können die Apps wertvolle Dienste leisten. Vor ein paar Jahren machten türkische Notfallmediziner Schlagzeilen. Sie übermittelten von einem abgelegenen Krankenhaus ohne PCI-Infrastruktur EKG-Daten per WhatsApp an Kollegen und retteten so Leben.

Die Vorzüge von Instant Messaging im Healthcare-Bereich liegen also auf der Hand. Aber Achtung: Konventionelle Messenger sind im medizinischen Umfeld mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Denn es gibt negative Wechselwirkungen mit den gesetzlichen Vorgaben. Stichwort: Datenschutz!

Unter anderem aus diesen Gründen:

  • Oft werden private Handys zum Austausch genutzt. Übermittelte Fotos von Befunden können automatisch in der persönlichen Cloud-Umgebung des Empfängers gespeichert werden. Auf die Daten haben möglicherweise auch unberechtigte Dritte aus dem privaten Umfeld des Empfängers Zugriff. Das ist ein klarer Verstoss gegen die Datenschutzgrundverordnung.
  • Überdies wird nicht immer kontrolliert, ob ein Mitarbeiter, der die Organisation verlässt, auch einen bestehenden Gruppenchat verlässt, in dem sensible Informationen ausgetauscht werden.
  • Außerdem sind private Messenger-Dienste auch deswegen problematisch, weil sie Nachrichten an Kontakte senden, die auf der Festplatte des Handys gespeichert sind. Ändert ein Kontakt seine Nummer, ohne den Absender zu informieren, können hochsensible Daten versehentlich an den falschen Empfänger gesandt werden.

Die sache mit dem datenschutz

66 Prozent der vom DDI Befragten sind sich dieser Probleme auch bewusst. Daher schwärzen sie personenbezogene Daten vor dem Versand von abfotografierten Befunden oder schneiden diese ab. Einen Gesetzesverstoss begehen sie damit unter Umständen dennoch.

Denn schon die Kontaktaufnahme über WhatsApp kann illegal sein. Laut geltendem Recht muss der Empfänger der Kontaktaufnahme nämlich zuerst ausdrücklich zustimmen. Gerade, wenn Mediziner nicht nur untereinander, sondern auch mit Patienten kommunizieren, ist das kritisch.

Nur selten holen sie vorab eine schriftliche Einwilligung ein. Damit riskieren sie eine Klage, die empfindliche Folgen haben kann: Die Datenschutz-Grundverordnung sieht bei Verstößen Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro oder bis vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens vor.

Sichere Alternativen zu whatsapp

Die gute Nachricht: Es gibt sichere Alternativen zu WhatsApp, die die Kommunikation und Zusammenarbeit in Spitälern, Arztpraxen und in der Pflege erheblich erleichtern – bei gleichzeitiger Beachtung aller Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben. Mit einer spezifischen Mitarbeiter-App für den professionellen Gebrauch lassen sich im Gesundheitswesen Röntgenbilder oder Patientendossiers völlig unbedenklich austauschen.

Denn die Datenübertragung erfolgt über eine sichere Ende-zu-Ende Verschlüsselung. Außerdem werden sie nicht wie bei WhatsApp auf amerikanischen Servern gespeichert, die leichter legal ausgespäht werden können, weil für sie der strenge europäische Datenschutz nicht gilt.

Stattdessen werden beruflich nutzbare Unternehmens-Apps lokal oder on-premise nach dem weltweit erprobten ISO-Standard 27001 gehostet. Dieses Zertifikat steht für maximale Sicherheit von Informationen, Daten und Systemen und DSGVO-Konformität. Das Siegel bestätigt: Privatsphäre sowie Patientendaten sind auf höchstem Niveau geschützt. Damit das auch so bleibt, wird das Sicherheitsprogramm regelmässig von Experten überprüft.

Kommunikation im geschützten raum

Über solche Apps für die interne Unternehmenskommunikation sind Mitarbeitende zuverlässig miteinander verbunden – via Smartphone, Computer oder Tablet. Sie können sich sicher sein: Übertragene Informationen gelangen über die Applikationen nicht an unberechtigte Dritte gelangen.

 

Denn Eigentümer der Daten bleibt immer der Absender. Er sendet diese nur an ausdrücklich autorisierte Personen. Verschiedene Sicherheitsvorkehrungen stellen zudem sicher, dass übertragene Daten nicht unberechtigt geteilt, abgelegt oder dupliziert werden können. Die Zugriffsberechtigungen zu der Unternehmens-App werden an zentraler Stelle verwaltet und stets aktualisiert. So bekommt jeder nur das zu Gesicht, wofür er berechtigt ist. Scheidet ein Mitarbeiter aus, erlischt automatisch sein Account. Damit nutzen Anwender im beruflichen Umfeld alle Vorzüge, die sie mit WhatsApp in Verbindung bringen. Allerdings in einem geschützten und sicheren Rahmen. Na, also: App gut, alles gut.

Claudio Badertscher

Claudio Badertscher

Business Development Manager Healthcare

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